Wow! Was für eine Woche?

Keine Sorge! Ich gehe nicht weiter auf das Virus oder mögliche Szenarien ein. Darum geht es mir gar nicht und hierfür bin ich auch kein geeigneter Experte. Mich beschäftigt mit Corona vor allem eines: Die unternehmerische Herausforderung für alle Kleinunternehmer.

Im letzten Jahr haben viele von dem großen Crash erzählt. Bankencrash, abstürzende Finanzmärke, eventuell sogar eine Währungskrise. Bei den auf Schulden aufgebauten Finanzmärkten ein realistisches Szenario. Das aber nun ein zunächst als harmlos wirkendes Virus die komplette Welt zum Shutdown führt? Wahnsinn!

Ein Finanzcrash wäre mir da lieber gewesen. Das hätte vor allem die Konzerne und Banken getroffen sowie ein paar Arbeitsplätze gekostet. Nicht weiter schlimm, denn es herrschte sowieso an jeder Ecke Fachkraftmangel. Nachfrage und Angebot wären wieder ins Gleichgewicht geraten und Zombie-Unternehmen vom Markt gefegt worden. Die Kosten wären wie gewohnt auf alle Steuerzahler umgekrempelt worden. Auch nicht schön aber irgendwie verkraftbar.

Aber die jetzige Krise ist anders. Meiner Meinung nach profitieren sogar die Big Player. Mit riesigen Geldreserven können sie sich entspannt zurücklehnen und möglicherweise sogar auf Einkaufstour gehen. Notfalls nehmen sie halt ein paar Millionen Schulden auf. Der Kleinunternehmer hat diese Reserven nicht. Und als Privatperson oder kleines Unternehmen, will sich auch niemand mit einem solchen Betrag verschulden. Wohl dem, der sich frühzeitig um eine finanzielle Reichweite gekümmert hat.

Und unsere Politik? Findet Lösungen im Bereich von geistigen Energiesparlampen. Dass ausgerechnet das konservative Bayern das am vorbildlichsten reagierende Bundesland ist, sagt schon alles. Naja, scheiß drauf! Wir sind Unternehmer! Wenn wir es nicht schaffen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wer dann?

Survival of the fittest! Der Titel ist sehr reißerisch und je nach eindeutiger Zweideutigkeit auch etwas makaber. Aber nur für die, die die eigentliche Bedeutung nicht kennen. Survival of the fittest heißt keinesfalls, dass der Stärkere gewinnt. Nach Darwins Evolutionstheorie gewinnt immer die Spezies, die sich der jeweiligen Situation am besten anpassen kann. Recht hat er!

Und genau in diese Situation sind es jetzt Tausende von Unternehmer völlig unvorbereitet hineingeraten.

Jetzt werden Fähigkeiten verlangt wie Dynamik, Flexibilität und Mustererkennung. Tolle Worte finden Sie? Ja ich auch, klassisches Bullshit Bingo! 😊

Was meine ich also genau damit?

Es bedeutet, dass es genau jetzt darum geht, schnelle Entscheidungen zu treffen. Es bedeutet, dass genau jetzt die Chance da ist, Digitalisierungs-Projekte voranzutreiben, ein neues Produkt zu entwickeln oder das bestehende „klassische“ Geschäft neu zu denken. Zwar teilweise unter immensem Druck, aber laut meiner Erfahrung arbeiten die meisten Menschen unter Druck am effizientesten. Druck führt zwangsweise zur Einhaltung des Pareto Prinzips. Denken Sie nur mal an Ihr Studium zurück.

Es geht nun auch darum

  • zu akzeptieren was ist, anstatt anfangen zu Jammern
  • Optimismus zu versprühen anstatt Angst zu haben
  • Chancen zu suchen anstatt das Risiko zusehen

Seit dem letzten Freitag (natürlich der dreizehnte Tag des Monats), sind wir durchgehend damit beschäftigt, neue Geschäftsmodelle für unsere Kunden zu finden, nach Chancen zu suchen und / oder mit den Kunden gemeinsam einen Plan zu entwerfen, wie man direkt nach Corona zu den Gewinnern zählt.

Und das funktioniert ausgesprochen gut! Nicht immer gibt es eine adäquate Lösung. Wäre auch lächerlich, wenn man innerhalb weniger Tage, ein über mehrere Jahre gewachsenes Geschäftsmodell ersetzen könnte.

Aber Sie können Übergangslösungen finden und gewisse Geschäftsbereiche gerade stärker in den Fokus rücken. Sie können eventuell sogar die Liquidität sichern und Sie können definitiv Ihren Horizont an unternehmerischen Lösungen erweitern sowie Ihre eigene Digitalisierung forcieren.

Lösungen und Chancen gibt es zahlreiche. Anbei mal ein paar aktuelle Beispiele unserer Kunden:

  1. Ein großer Büroausstatter ⇒ Fokus auf Home-Office Ausstattungen.
  2. Seminaranbieter ⇒ Verschiebung der Seminare ins Web.
  3. Hersteller von PVC-Planen ⇒ Fokus auf Dekontaminationsplanen.
  4. Anbieter von Krimidinner ⇒ Fokus auf Krimispiele für daheim zum selbst Ausdrucken.
  5. Restaurant ⇒ Umstellung auf Online Bestellungen mit Lieferservice.
  6. Lokaler Einzelhändler ⇒ Umstellung auf Online Shop mit Lieferservice.
  7. Webdesign Agentur ⇒ Fokus auf schnelle Lösungen für Lieferservice. 😉
  8. etc.

Wie sollten Sie also nun genau vorgehen:

Szenario 1: Sie haben eine finanzielle Reichweite von mehreren Monaten und mit Reduzierung auf Kurzarbeit sogar ein Finanzpolster bis nächstes Jahr: In dem Fall würde ich Ruhe bewahren und die Chance nutzen, die nächsten Monate intensiv eigenes Marketing sowie in den letzten Jahren liegengebliebene Projekte voranzutreiben. Freuen Sie sich drauf, denn wann hatten Sie das letzte Mal so viel Zeit, sich um Ihr Unternehmen oder Ihr Marketing zu kümmern?

Szenario 2: Sie haben eine geringe finanzielle Reichweite: Sie sollten sich sofort um eine Kostenreduzierung kümmern und staatliche Hilfen annehmen. Anbei ein paar hilfreiche Links:

Sobald ein kurzfristiges Überleben gesichert ist, können Sie sich wie in Szenario 1 um Ihr Marketing / Unternehmen kümmern. Legen Sie allerdings einen stärkeren Fokus darauf, alternative Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Sie können an der Situation da draußen sowieso nichts ändern. Aber Sie können ihr bestmöglichstes unternehmen um sich an die Situation anzupassen: Survival of the fittest!

Nutzen Sie die Chance! Und wenn Sie eine Idee haben, dürfen Sie die gerne mit uns besprechen!

Photo by Mika Korhonen on Unsplash